Österliche Gedanken zum biblischen Text

1. Korinther 15,12ff

„Wenn wir nun gepredigt haben, dass Jesus Christus von den Toten auferweckt ist, wie können da einige von euch behaupten, eine Auferstehung der Toten gibt es nicht! Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, dann kann ja auch Christus nicht auferstanden sein. Wäre aber Christus nicht auferstanden, so hätte unsere ganze Predigt keinen Sinn und euer Glaube hätte keine Grundlage. Mit Recht könnte man uns dann vorwerfen, wir seien Lügner und keine Zeugen Gottes. Nun aber ist Christus als erster von den Toten auferstanden. So können wir sicher sein, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden.“

Vor einiger Zeit las ich in einer Zeitung das Ergebnis dieser Umfrage „Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?“. Nur 1/3 der Befragten antworteten darauf mit Ja. Wenn wir unter Christen so fragen würden, gäbe es da bei jedem die Antwort mit ja? Offenbar gab es da auch schon bei den ersten Christen in Korinth Zweifel und Unsicherheit. Damit setzt sich der Apostel Paulus in seinem Anschreiben an die Korinther auseinander. Für mich ist heute dabei die entscheidende Frage – was traue ich Gott zu? Sollte Gott nicht die Möglichkeit haben, seinen uns bis in den Tod liebenden Sohn Jesus Christus wieder ins Leben zu rufen? Dieser Jesus sagt zu uns: „Ich lebe und ihr sollt auch leben, ich gehe euch voraus, euch die Stätte zu bereiten, damit ihr seid wo ich bin.“ Was ist das für eine einzigartige Perspektive! Paul Gerhard formuliert sie in einem seiner Osterlieder: „wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit, er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Not“ …

Immer wieder wurde gefragt, beruht die Osterbotschaft nicht auf einem Betrug der Junger? Sie wollten sich mit dem Scheitern ihrer Hoffnungen nicht abfinden und hätten so das größte Täuschungsmanöver inszeniert. Die Auferstehung Jesu sei von ihnen erfunden worden!

In der Tat kommen die späteren „Säulen“ des Urchristentums in den Evangelienberichten um Ostern nicht gerade gut weg. Wir lesen in den realistischen Berichten von ihren Zweifeln und ungläubigem Nachfragen, von ihren Zweifeln und ihrer Skepsis. War schon der Sinn seines Kreuzestodes für sie nicht fassbar, wie sollten sie mit seinem leeren Grab klarkommen? Erst als der Auferstandene ihnen selbst begegnet und sie von diesem Wunder überzeugt werden, können sie wieder froh werden und dies glaubwürdig bezeugen.

Eine Frau berichtete mir, als sie das Sterben ihres Mannes im Wohnzimmer erlebte, dass eine helle Gestalt erschien und ihn mit sich nach draußen durch die Mauer führte. Was für ein tröstendes Erleben! Wir konnten dadurch dankbar Abschied nehmen Unser Tod ist seit Jesu Auferstehung ein Übergang in die neue Welt Gottes. Die Gewährsleute für die Auferstehung Jesu bezeugen es so: „Was wir gesehen und gehört haben, dass verkündigen wir euch“. Mit der Auferweckung Jesu von den Toten wird der neue Bund zwischen Gott und uns Menschen gültig. Wir, haben durch unsere Taufe Anteil an dem Ostersieg Jesus über den Tod. Der Auferstandene, Jesus, garantiert uns die himmlische Bleibe nach unserem irdischen Leben. Alle ungeklärten Fragen, alle ungelösten Probleme und alle Widersprüche werden ihrer Lösung zugeführt. Wir sind als Christen oft nicht besser als andere Menschen, aber wir sind besser dran. Unser Glaube hat eine feste und unzerstörbare Grundlage. So grüßen sich Christen seit Ostern: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“

Das gilt für jeden von uns, besonders auch für diejenigen unter uns, die zweifelnd nicht mehr. weiterwissen. In der Tiefe des Zweifels erwartet uns der auferstandene Herr.

Ein gesegnetes Osterfest wünschen Euch besonders zur Zeit der Coronakrise, wo erstmalig kein Gottesdienst stattfinden kann und darf wegen Ansteckungsgefahr

Eure Ruthilde und Klaus Herden, Schöndorf