Um Himmelswillen – gebt die Erde nicht auf! Nach sonnigen Tagen endlich Regen. Das Leben bricht auf. Blütenblätter drängen neugierig ans Licht, kündigen Frühlingszeit an. Unendlich vieles hat sich über den Winter gerettet: Obstbaumblühten, die großen Kelche der Magnolien, die kleinen Gänseblümchen. Das Glück des Frühlings ist es, wie neugeboren leben zu dürfen. Jubilate.

Und doch, ich bin nicht im Paradies aufgewacht. Seit März verändert ein kleiner Virus unseren Alltag in vielfältiger Weise. Jubilate ist verstummt. Neue bittere Nachrichten, Leben bedrohend, Leben bedrückend, Lebenswege enden trotz aller intensiven ärztlichen Bemühungen.

Ungezähltes Jubilate will, kann nicht gelingen. Unsere Gottesdienste, Zeiten der Gemeinschaft: Jubilate – Kantate – Rogate – werden nur sehr langsam und unter teils unzumutbaren Bedingungen (Gesangsverbot) wieder möglich sein.

Ich blättere in meiner Bibel – da war doch noch was: schon die erste Verse 1.Mose 1-31 „und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe es war sehr gut.“ Mit einer schönen poetischen Erzählung beginnt die Bibel, erzählt vom Anfang der Welt. Wir schreiben das 6. Jahrhundert vor Christi Geburt. Das kleine Israel hat den Krieg gegen das übermächtige Babylon verloren. Damals begannen israelitische Priester den Verschleppten eine Geschichte zu erzählen von der Erschaffung der Welt, von der Erschaffung des Lichts, der Himmelskörper, der Tiere und zu guter Letzt des Menschen. Sie wurde erzählt als eine Trostgeschichte, sie wurde erzählt, um Menschen aufzurichten, um sie in schwerer Zeit in Glaubensanfechtungen zu ermutigen: vertraut unserem Gott. Vertraut ihm auch in der Not. Denn als Schöpfer von Himmel und Erde ist er auch Anfang und Ende aller Dinge.

Ein kleiner Virus bringt so viel Not und Tod, Leben bedrohende Situationen in unseren Alltag. Können wir angesichts all dessen die Schöpfungsgeschichte noch als Trostgeschichte lesen? Ist sie uns nicht zu einer Geschichte menschlichen Scheiterns, Versagens, über einer Jagd nach Macht, Profit geworden? Trotz allem Belastendem, Entmutigendem bleiben diese Verse am Beginn unserer Bibel eine Trostgeschichte. Denn sie versichert uns, dass unser Gott diese Welt ins Sein gerufen hat. Mehr noch: dass Gott diese Welt auch erhält „wie es ihm selber gefällt“.

Und weil das so ist, darf diese Geschichte gerade angesichts aller Hiobsbotschaften, die uns auch in unserem eigenen Leben erreichen können, für uns eine Trostgeschichte, ja mehr noch: eine Hoffnungsgeschichte sein. „Um Himmelswillen – gebt die Erde nicht auf“ heißt es in einem neuen Kirchenlied. Damit einher geht die Aufgabe, dass wir uns auch in dieser Zeit füreinander einsetzen.

Sie kennen viele wunderbare, ermutigende, frohe und manchmal heil machende Zeiten des Miteinanders und Füreinanders – jubelt – singt und betet. So ist diese alte Geschichte für uns heute eine ermutigende Hoffnungsgeschichte, eine Geschichte, die wissen lässt: Gott hat uns nicht aufgegeben trotz allem was geschehen ist und was immer noch geschieht. Deshalb sind wir eingeladen anzunehmen uns selbst nicht aufzugeben, nicht zu resignieren, Wir leben unseren Alltag in Jubel und Not, folgen Jesus, dem Auferstandenen. Er ist uns vorausgegangen im Leben und Licht.

Gebet:

Herr, unser Gott,

jeder Sonntag erinnert uns an den Tag, an dem das Leben neu begann. Jeder Sonntag erinnert uns an die Kraft deiner Liebe. Doch mit meinem Kopf und meinem Herzen bin ich noch weit entfernt, Dankbarkeit und Freude zu empfinden und hinaus zu jubeln. Zu sehr bedrücken die Geschehnisse um die Coronapandemie und die ganz persönliche Belastung des Alltags.

So denken wir an alle Kranken zu Hause, in den Krankenhäusern und Pflegeheimen, wir denken an alle, die helfen. Sie setzen sich, ihre Kraft und ihre Gaben ein für alle.

Herr, unser Gott, mit dir sind wir verbunden und wir sind es miteinander und füreinander in Gedanken aber vor allem im Herzen. Herr, unser Gott, vertreibe die Schatten aus unserem Sinn, die Traurigkeit aus unserem Herzen und Gedanken.

Lass uns so verbunden bleiben mit dir und deinen Gemeinden.

Wir beten zu dir: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name…

Gott segne uns und behüte uns, Gott lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig, Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen in der Verbundenheit unserer großen und weiten Nikolaus-Kapelle Dörflas Gemeinde

Um Himmelswillen – gebt die Erde nicht auf! Nach sonnigen Tagen endlich Regen. Das Leben bricht auf. Blütenblätter drängen neugierig ans Licht, kündigen Frühlingszeit an. Unendlich vieles hat sich über den Winter gerettet: Obstbaumblühten, die großen Kelche der Magnolien, die kleinen Gänseblümchen. Das Glück des Frühlings ist es, wie neugeboren leben zu dürfen. Jubilate.

Und doch, ich bin nicht im Paradies aufgewacht. Seit März verändert ein kleiner Virus unseren Alltag in vielfältiger Weise. Jubilate ist verstummt. Neue bittere Nachrichten, Leben bedrohend, Leben bedrückend, Lebenswege enden trotz aller intensiven ärztlichen Bemühungen.

Ungezähltes Jubilate will, kann nicht gelingen. Unsere Gottesdienste, Zeiten der Gemeinschaft: Jubilate – Kantate – Rogate – werden nur sehr langsam und unter teils unzumutbaren Bedingungen (Gesangsverbot) wieder möglich sein.

Ich blättere in meiner Bibel – da war doch noch was: schon die erste Verse 1.Mose 1-31 „und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe es war sehr gut.“ Mit einer schönen poetischen Erzählung beginnt die Bibel, erzählt vom Anfang der Welt. Wir schreiben das 6. Jahrhundert vor Christi Geburt. Das kleine Israel hat den Krieg gegen das übermächtige Babylon verloren. Damals begannen israelitische Priester den Verschleppten eine Geschichte zu erzählen von der Erschaffung der Welt, von der Erschaffung des Lichts, der Himmelskörper, der Tiere und zu guter Letzt des Menschen. Sie wurde erzählt als eine Trostgeschichte, sie wurde erzählt, um Menschen aufzurichten, um sie in schwerer Zeit in Glaubensanfechtungen zu ermutigen: vertraut unserem Gott. Vertraut ihm auch in der Not. Denn als Schöpfer von Himmel und Erde ist er auch Anfang und Ende aller Dinge.

Ein kleiner Virus bringt so viel Not und Tod, Leben bedrohende Situationen in unseren Alltag. Können wir angesichts all dessen die Schöpfungsgeschichte noch als Trostgeschichte lesen? Ist sie uns nicht zu einer Geschichte menschlichen Scheiterns, Versagens, über einer Jagd nach Macht, Profit geworden? Trotz allem Belastendem, Entmutigendem bleiben diese Verse am Beginn unserer Bibel eine Trostgeschichte. Denn sie versichert uns, dass unser Gott diese Welt ins Sein gerufen hat. Mehr noch: dass Gott diese Welt auch erhält „wie es ihm selber gefällt“.

Und weil das so ist, darf diese Geschichte gerade angesichts aller Hiobsbotschaften, die uns auch in unserem eigenen Leben erreichen können, für uns eine Trostgeschichte, ja mehr noch: eine Hoffnungsgeschichte sein. „Um Himmelswillen – gebt die Erde nicht auf“ heißt es in einem neuen Kirchenlied. Damit einher geht die Aufgabe, dass wir uns auch in dieser Zeit füreinander einsetzen.

Sie kennen viele wunderbare, ermutigende, frohe und manchmal heil machende Zeiten des Miteinanders und Füreinanders – jubelt – singt und betet. So ist diese alte Geschichte für uns heute eine ermutigende Hoffnungsgeschichte, eine Geschichte, die wissen lässt: Gott hat uns nicht aufgegeben trotz allem was geschehen ist und was immer noch geschieht. Deshalb sind wir eingeladen anzunehmen uns selbst nicht aufzugeben, nicht zu resignieren, Wir leben unseren Alltag in Jubel und Not, folgen Jesus, dem Auferstandenen. Er ist uns vorausgegangen im Leben und Licht.

Gebet:

Herr, unser Gott,

jeder Sonntag erinnert uns an den Tag, an dem das Leben neu begann. Jeder Sonntag erinnert uns an die Kraft deiner Liebe. Doch mit meinem Kopf und meinem Herzen bin ich noch weit entfernt, Dankbarkeit und Freude zu empfinden und hinaus zu jubeln. Zu sehr bedrücken die Geschehnisse um die Coronapandemie und die ganz persönliche Belastung des Alltags.

So denken wir an alle Kranken zu Hause, in den Krankenhäusern und Pflegeheimen, wir denken an alle, die helfen. Sie setzen sich, ihre Kraft und ihre Gaben ein für alle.

Herr, unser Gott, mit dir sind wir verbunden und wir sind es miteinander und füreinander in Gedanken aber vor allem im Herzen. Herr, unser Gott, vertreibe die Schatten aus unserem Sinn, die Traurigkeit aus unserem Herzen und Gedanken.

Lass uns so verbunden bleiben mit dir und deinen Gemeinden.

Wir beten zu dir: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name…

Gott segne uns und behüte uns, Gott lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig, Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen in der Verbundenheit unserer großen und weiten Nikolaus-Kapelle Dörflas Gemeinde

Ihre Pastorin Christiane Baumgarten