Liebe Freunde der Nikolauskapelle Dörflas,

Weihnacht, stille Nacht – in diesem Jahr kann der Liedvers des wohl bekanntesten Weihnachtsliedes seine besondere Bedeutung erfahren. Das Lied fällt in eine Zeit, in der es sehr viel leiser und ruhiger zugeht, als die meisten von uns Weihnachten je erlebt haben. Weniger wegen Abstandsregeln und Desinfektionsmitteln, sondern aus Existenzsorgen, weil uns Trauer bewegt um täglich hunderte Menschen, die der Pandemie zum Opfer fallen. Trauer und Einsamkeit wird nicht wenigen das Herz schwer machen. Sehnsucht nach Trost und Hoffnung!

Und der Engel sprach zu ihnen „Fürchtet Euch nicht, siehe ich verkündige Euch eine große Freude, die allem Volk widerfahren ist, denn Euch ist heute der Heiland geboren.“ Diese Worte aus dem Lukasevangelium sind quasi der Weihnachtsbaum unseres Glaubens.

Wo immer wir die Botschaft hören oder lesen kann Spannendes, Hilfreiches geschehen. Was bringen die Hirten, die Weisen mit aus dem Stall von Bethlehem? Hoffnung und Zuversicht!

Hoffnung auf neue Möglichkeiten und Zuversicht, dass wir anders und besser miteinander leben können. Die derzeitige Situation kann uns die Augen öffnen für Dinge in der hektischen Zeit vor Corona, die längst untergegangen sind

Nach einem Schlaganfall im Sommer, noch ein wenig unsicher auf den Beinen, schob ich wohl etwas langsamer den leeren Einkaufswagen in der Kaufhalle auf seinen Platz. Das Lächeln einer Frau auf dem Weg dorthin und im Vorbeigehen „Nehmen Sie sich ruhig Zeit“, hat mich

Bewegt. Früher glaubten wir für solche Gesten der Achtsamkeit keine Zeit zu haben. Heute spüren wir, wie wichtig ein gutes Wort, Hilfsbereitschaft und Solidarität für ein erfülltes Leben sind und wie gut sie uns tun. Achtsamkeit in unserer oftmals von Konkurrenzdenken geprägten Gesellschaft möchte an Bedeutung gewinnen. Ich denke an manchen lieben Menschen in der Familie, Nachbarn, Kollegen oder Freund allein zu Hause, zurückgezogen, wie sehr er auf Hilfe von außen angewiesen ist. Achtsamkeit! Was für ein Segen, dass unsere Alters- und Pflegeheime für wenigstens einen Besucher für Angehörige offen sind. Ganz leise wird die Botschaft der Weihnacht auch dieses Jahr wieder die Dunkelheit erhellen.

Trost und Hilfe in die stillen, traurigen, aufgewühlten Herzen bringen, Licht und Stärke für unseren Alltag. Weihnachten ist Aufbruch auf den langen, getrosten Weg der Hoffnung. Heute ist geschehen, was uns morgen halten und tragen wird, Heilung ahnen lässt und mit sich bringt. 

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes, getrostes, ermutigendes Christfest und einen zuversichtlichen Eingang ins neue Jahr. Mochte wenigstens ein Engel mit Ihnen und Ihren Lieben sein. Noch ein Wort in eigener Sache:

unser Gottesdienst am 2 Weihnachtsfeiertag entfällt.

Aber Ihr Weg wird nicht umsonst sein. Bei entsprechender Witterung wird uns ein Trompetensolo mit weihnachtlichen Melodien zur Gottesdienstzeit um 14:00 Uhr am zweiten Feiertag erfreuen.

Zu unserem Neujahrsgottesdienst wird zu späterer Jahreszeit eingeladen.

Namens des Vorstandes mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus-Dietrich Hofmann mit Christiane Baumgarten