Liebe Freunde der Nikolauskapelle Dörflas,

  • Frühling: Das Leben bricht auf. Blütenblätter drängen ans Licht.
  • Das Glück des Frühlings: wie neu geboren leben zu dürfen, neues Leben wird sichtbar.
  • Und doch: Ich bin nicht im Paradies aufgewacht. Neun Monate nach dem Schlaganfall habe ich nicht alles Belastende, Bedrückende hinter mir gelassen. Viele dankbare, aber auch zerbrechliche Bilder gehen mit mir in Richtung Ostern.
  • Wohltuend der vertraute Zusammenhang: Ostern und neues Leben. Unseren Kindern und Enkeln wird noch immer die „Häschenschule“ vorgelesen, helle Farben bestimmen das Bild.

Ostern und Auferstehung ist schon schwieriger zu vermitteln. In einem Anekdotenbüchlein lässt sich nachlesen, dass ein Pfarrer in der Grundschule die Kinder fragt, was sie denn unter Ostern verstehen. Einer meldet sich und antwortet: „Zwei Wochen Eiersalat zum Abendessen.“ Wir müssen viel mehr darüber sprechen, was uns biblische Texte erzählen. Alle Evangelien bekennen, dass Jesus lebt. Seine Lebensgeschichte endet nicht Karfreitag am Kreuz. Sie geht über den Tod hinaus. Interessant ist die Tatsache, dass der Auferstandene zunächst nicht an seiner äußeren Gestalt erkannt wird, erst indem er spricht, Maria am Grab beim Namen ruft, in Ernmaus mit den beiden Jüngern am Tisch das Brot teilt, unerwartet in der Runde der Jünger erscheint und sie grüßt: „Friede sei mit Euch'“ Das ist der Gruß der Boten Gottes Wir kennen ihn aus der Weihnachtsbotschaft. Er wird verängstigten, sorgenvollen Menschen zugesagt. Frieden in Zeiten von großen Unsicherheiten des Lebens. Wir kennen dies: nicht wissen, was morgen sein wird, wann wir die uns bedrängenden Sorgen, Ängste, Existenznöte abschütteln können. Ostern ist das Fest des neuen Lebens. Wie im Frühling helle Farben und Lebendigkeit das Leben bestimmen, so ist Ostern auch umrahmt von dem „Friede sei mit Euch“ dessen, der uns Kraft und Mut für neue Schritte gibt. Mit diesem Gruß werden Menschen in Bewegung gebracht: Maria, die Frauen am Grab, die Freunde in Jerusalem.

Der uns zugesprochene Friede will weitergegeben und weitergetragen werden. Er erfüllt die Herzen und tröstet nicht nur. Auch in Corona-Zeiten. Vieles zerrt an den Nerven: Berichterstattungen, Diskussionen in Familien, die Kinder, Impf- und Testchaos. Wir nehmen uns gegenseitig oft nur noch mit den Augen wahr. Gelingt es dabei unsere Mitmenschen zu fragen: „Wie geht es Dir? Was brauchst Du?“ Nicht alles wird gut durch diesen Gruß. Nicht alle Sorgen und Ängste verschwinden. Aber neue Hilfe und Möglichkeiten lassen sich erkennen, bewegen und geben Hoffnung zum Weitergehen, Weiterleben. Der auferstandene Christus ist nicht verschwunden. Er redet auch heute zu uns. Das wird uns helfen, menschlich zu leben. Für Menschen und Natur einzustehen und der Lebendigkeit Raum zu geben in unseren Herzen. Unsere Blicke nach vorn lenken trotz aller Widrigkeiten. Wir dürfen zuversichtlich in alle kommende Zeit gehen, denn Gott lasst uns das Osterlicht schauen.

Neues Leben nach einer sorgenvollen, angstbesetzten, traurigen Zeit. Wie ein heller, klarer Morgen nach einer dunklen Nacht. Wir feiern Ostern mit Freude und Dankbarkeit!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Klaus-Dietrich Hofmann mit Christiane Baumgarten.